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10.09.2009
Wie komme ich mit meiner Seite in die Suchmaschinen?

Praktisch täglich fragen Kunden:
"Wie komme ich mit meiner Seite in die Suchmaschinen?"

So einfach die Fragestellung klingt, so komplex ist die Antwort. Es gibt bei der Suchmaschinenoptimierung (SEO) nicht nur eine einzige Maßnahme, die getroffen werden muss, sondern ein ganzes Bündel an Tätigkeiten, die es zu erledigen gilt. Zum Teil hat man gar keinen direkten Einfluss. Entscheidend ist immer die professionelle Durchführung möglichst aller Maßnahmen.
Wichtig ist zuerst einmal zu verstehen, wie Suchmaschinen funktionieren. Und wenn wir von Suchmaschinen sprechen, so sprechen wir in Mitteleuropa eindeutig von Google (ca. 90% Marktanteil). Google verwendet ca. 200 Faktoren bei der Erstellung des komplexen Suchindex, die genaue Zusammensetzung ist das Betriebsgeheimnis von Google. Namhafte SEO-Experten schätzen, dass sich die Rankingfaktoren auf den Google-Index wie folgt verteilen:
Abbildung 1, Quelle: SEOmoz

Was bedeuten nun die einzelnen Punkte und wie gehe ich genau vor?
Zuerst muss ich mir selbst klar werden, was mein Unternehmen macht, wer meine Kunden sind, die ich mit meiner Homepage ansprechen will und wonach Kunden suchen. Allein diese Frage kann mitunter so komplex sein, dass man sich die Hilfe externer Berater leisten muss (speziell bei großen Projekten und Unternehmen). Bei externen Beratern würde ich immer auf Leute zurückgreifen, die mit Online-Kommunikation große Erfahrung besitzen.

Starte zuerst mit 20 Begriffen oder Begriffspaaren:


Umgemünzt auf IHC würde die Strategie so lauten, dass die typischen Besucher der Website Werbeagenturen sind, die Hilfe bei der technischen Umsetzung einer Website benötigen, wobei der Hauptmarkt im Tiroler Oberland um Landeck angesprochen werden soll. Daraus ergeben sich unter anderem folgende Begriffe:

Typo3 Landeck
Typo3 Tirol
Webdesign Landeck
Webhosting Landeck
...
Nachdem nun dieser grundlegende Schritt erfolgt ist, können wir uns die einzelnen Schritte aus Abbildung 1 ansehen:

Vertrauenswürdigkeit meiner Website

(Trust/Authority of Host Domain)
 Einen großen Einfluss auf das Suchergebnis hat die Vertrauenswürdigkeit (TrustRank) einer Website. Diese ergibt sich daraus, wie oft meine Website von allgemein als vertrauenswürdig geltenden Seiten verlinkt wird. Als besonders vertrauenswürdig gelten etwa Wikipedia, CNN, orf.at etc. Natürlich ist es sehr schwer, von diesen Seiten verlinkt zu werden, weil die Redaktionen natürlich nur bei entsprechendem Anlass eine Verlinkung vornehmen. Aus diesem Grunde empfiehlt es sich, auf einem Gebiet besonders professionelle Informationen anzubieten, um so von vertrauenswürdigen Seiten verlinkt zu werden. Hat meine Domain viele "trusted" Links, so gilt sie als zu einem bestimmten Thema als Authority (Autorität) und wir höher gelistet.
Wie erkenne ich vertrauenswürdige Seiten? Vertrauenswürdige Seiten sind oft dadurch zu erkennen, dass sie bei bestimmten Begriffen auf Platz 1 stehen. Gibt man etwa in Google den Begriff "Tirol" ein, so wird man sehen, dass die Seiten "tirol.at", "tirol.com", "tirol.gv.at" oder "wikipedia.org" als vertrauenswürdig gelten. Es ist zu überlegen, ob es nicht Möglichkeiten gibt, von solchen Seiten verlinkt zu werden. Was man auf jeden Fall machen kann, ist, selbst auf vertrauenswürdige Seiten zu verlinken und Links auf Seiten mit qualitativ minderwertigen Inhalten (Spamverdacht) zu verzichten.

Link- und Domainpopularität

(Link Popularity)
Unter Linkpopularität versteht man die Anzahl der externen Links auf meine Website. Diese Anzahl hat zwar schon eine große Bedeutung. Noch wichtiger ist jedoch die Domainpopularität. Diese gibt die Anzahl der verschiedenen Domains an, die auf mich verweisen.
Ein Beispiel:
Die Website mynet.at verweist insgesamt 5 mal auf die IHC-Homepage, so werden 5 Verweise zur Linkpopulariät gezählt. Jedoch nur ein Verweis als Domainpopularität (mynet.at). Es ist also besser, wenn viele verschiedene Domains auf mich zeigen, als wenn von einer Domain viele Links auf mich zeigen. Registriere ich selbst Domains, so sind zwei Dinge zu beachten. Ich muss die Domains im Internet aktiv verwenden, damit diese gewertet werden und die Weiterleitung sollte über einen sogenannten 301-Redirect (permantent Redirect) erfolgen, 302-Redirects werden von Google minder bewertet. (Use a permanent Redirect and Google loves you).

Verlinkte Texte auf die eigene Seite

(Anchor Text of external Links)
Dieser Punkt ist recht einfach zu erklären. Google legt starken Wert auf die verlinkten Texte anderer Websites. Wenn man also Einfluss hat, was jemand verlinkt, so bitte Partner doch, entsprechende Keyword-Paare, die Du weiter oben definiert hast auf Deine Website zu verlinken. Biete Deinen Partner fertige Codeschnippsel an, die genau diese Verlinkung samt Begriffen beinhaltet:

Beispiel: <a href="http://www.ihc.at">IHC - Typo3 Anbieter aus Landeck</a>

Verwendete Suchbegriffe auf der Website
(On-Page Keyword Use)
Die bereits definierten Keywords sollten natürlich entsprechend auf der Website verwendet werden (im Text, in den Bild-Alternativtexten, in den Überschriften und im Title der Website!). Es wird eine Keyworddichte von von drei bis vier Prozent empfohlen. Wenn für einen Begriff ein Synonym besteht, kann auch dieses verwendet werden, da Suchmaschinen teilweise bereits einen Kontext herstellen können. (Tomaten - Paradeiser).

 Traffic und angeklickte Seiten
(Traffic and CTR Data)

An sich dürfte es für jeden logisch erscheinen, dass jene Seiten, die viel besucht werden offenbar bedeutender sind, als jene, die kaum besucht sind. Dieses Argument berücksichtigen natürlich auch Suchmaschinen. Seiten, auf die nach der Sucheinblendung oft geklickt wird, reihen sich mit der Zeit höher ein. Das beste Suchmaschinen-Management nützt mir also nichts, wenn meine Inhalte grundsätzlich uninteressant sind. Die Suchmaschinen gehen jedoch noch einen Schritt weiter und bewerten nicht nur den Traffic auf eine bestimmte Domain, sondern auch die sogenannte Click Trough Rate (CTR). Diese gibt an, durch wie viele Seiten ein Besucher geklickt hat und wie lange er auf der Website verblieben ist. Klicken zwar viele Leute auf eine Domain, verlassen diese dann aber sofort wieder, so gilt dies als schlechtes Zeichen. Ein wichtiges Kriterium ist in diesem Zusammenhang auch die Anzahl der wiederkehrenden Besucher. Kommen bestimmte Besucher immer wieder, so bedeutet dies wohl, dass eine Seite zu einem Suchbegriff interessante Inhalte bereithält.


Bewertung durch soziale Netze
(Social Graph Metrics)

Seit einigen Jahren geistert der Begriff Web 2.0 durch das Internet. Darunter versteht man die Tatsache, dass Benutzer im modernen Internet nicht mehr nur "Konsumenten" von Inhalten sind, sondern diese selbst auch aktiv bereitstellen und zwar in Form von sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter, Myspace, Wikipedia, etc. Suchmaschinen werden in Zukunft wohl noch viel größeren Wert auf den Grad der Vernetzung und auf die Aktivität in sozialen Netzwerken legen. Userbasierte oder -generierte Seiten werden von Bedeutung. Aber Achtung: nichts fällt Dir schneller auf den Kopf, als der Versuch, soziale Netzwerke für plumpe Marketing-Maßnahmen zu missbrauchen. Die Community kann dich hier sehr schnell ausschließen. Also am besten den Hausverstand einschalten und ein wenig Geduld beim Aufbau sinnvoller Netze beweisen.

Onpage-Faktoren

Die meisten bisher angeführten Faktoren sind sogenannte Offpage-Faktoren, also Faktoren, auf die ich selbst kaum einen Einfluss habe, abgesehen von der Keyword-Verwendung auf meiner Website. Es existieren jedoch auch einige Faktoren auf der Website, die man beachten sollte:

URL: Neben dem eigentlichen Domainnamen unter welchem eine Website läuft, sind auch die verwendeten Dateinamen und Pfade bedeutend. In Typo3 verwenden wir hier das sogenannte RealUrl, welches ein automatisiertes Umschreiben von Seitentiteln in entsprechend "schöne" Urls übernimmt. Wichtig ist, dass die Verzeichnistiefe nicht zu groß ist. Die Urls sollten  mit relevanten Keywords versehen sein.

Title: Besonders wichtig aus eigener Erfahrung ist die Verwendung eines aussagekräftigen Titles auf der Website. Der Title wird im Browser links oben angezeigt. Bitte hier Wortaneinanderreihung verhindern und eher ganze Sätze schreiben. Die Kunst dabei ist, die wichtigsten Begriffe zuerst zu schreiben und weiter hinten im Title eher unwichtige Begriffe. Der Title sollte nicht länger als 75 Zeichen lang sein. Jede Seite innerhalb einer Website kann einen eigenen Title haben.

Inhalt und Text: Wie bereits weiter oben erwähnt, ist der Inhalt bzw. der Text einer Seite besonders wichtig. Wichtige Suchbegriffe sollten in einem Text eine gewisse Häufigkeit aufweisen (bis ca. 5 Prozent). Überschriften sollten mit dem HTML-Tag <h1> ausgewiesen werden. Wichtige Textpassagen können durchaus mit <strong> oder <em> zusätzlich markiert werden, was die Bedeutung erhöht. Auch hier bitte mit Hausverstand vorgehen, weil ein Missbrauch den gegenteiligen Effekt bringen kann.


Fazit

Um Manipulationen besser vorzubeugen, greifen Suchmaschinen sehr stark auf qualitative Informationen wie vertrauenswürdige Verlinkungen oder Trafficstärke zurück, also auf Faktoren, die ich nur schwer beeinflussen kann. Deshalb gilt es im SEO-Management sich zu überlegen, relevante und durchdachte Inhalte, die auch ein gewisses Interesse beim Publikum wecken anzubieten. Damit erfüllen sich dann nicht beeinflussbare Faktoren von selbst. Bei jenen Kriterien, die man beeinflussen kann, wie Keyword-Einbau in den Seitentitel und im Text, gilt es besonders sorgfältig und durchdacht vorzugehen. SEO-Management ist ein Knochenjob, der laufend über Jahre erledigt werden muss, dabei ist etwas Geduld gefragt. Auf jeden Fall darf SEO-Management nicht nur dem Website-Ersteller überlassen werden, der Website-Betreiber muss selbst aktiv und engagiert mitarbeiten. Dies kann bei IHC-Kunden durch die Verwendung von Typo3 sehr einfach erfolgen. Die Konzentration der Tätigkeiten muss auf möglichst allen genannten Bereichen erfolgen, sich nur auf einen Bereich zu konzentrieren ist ein großer Fehler.
Viel Erfolg im Internet wünscht
Karlheinz Eckhart (IHC)

Quellenangaben:
SEOmoz
Typo3-Magazin, Ausgabe 17, 09/2009, Seite 44 ff


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